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Olympia in Deutschland – demografischen Wandel mitdenken!

Nun rüsten sich Menschen aus verschiedenen deutschen Regionen, die olympischen Sommerspiele in Deutschland 2036, 2040 oder 2044 auszurichten. Doch was heißt das? Versetzen wir uns doch einmal beispielhaft in das Jahr 2040, machen wir uns alle einmal rund 15 Jahre älter.

Die deutsche Bevölkerung wird dann laut Prognosen der Bertelsmann Stiftung ein Medianalter von 47,1 Jahren erreicht haben. Das heißt, die eine Bevölkerungshälfte ist jünger als 47,1 Jahre, die andere älter. Heute liegt das Medianalter bei 45,9 Jahren. Dass die deutsche Gesellschaft altert, ist für viele Menschen keine Neuheit. Doch das bedeutet auch, dass mindestens fünf Millionen Menschen zwischen 25 Jahren und 64 Jahren als Arbeitskräfte weniger zur Verfügung stehen werden. Wer organisiert diese Spiele? Wer versorgt die Athlet*innen? Wer kümmert sich um die Tourist*innen? Wer arbeitet in gastronomischen Betrieben, also Hotels, Restaurants bzw. Gaststätten? Wer reinigt die Zimmer? Wer kümmert sich um die Sicherheit auf den Straßen und Plätzen, in den Stadien und Sportstätten? Wer bringt die Menschen von A nach B?

Doch bevor die olympischen Spiele beginnen können, müssen Sportstätten und Unterkünfte gebaut werden? Wer baut sie? Schon heute kann die Bauindustrie nur noch jeden zweiten Ausbildungsplatz besetzen. Denn der Maurer ist nicht mehr ein Traumberuf der jungen Männer, zumal sie ja bald auch wieder ihren Dienst in der Bundeswehr leisten sollen. Ohne Zuwanderung werden wir diese Herausforderung gar nicht meistern können, zumal schon heute auf Deutschlands Baustellen sehr unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Deutschland braucht also Fachkräfte, aber die Fachkräfte brauchen Deutschland nicht. Hinzukommt, dass unsere derzeitige Migrationspolitik wenig einladend ist.

Neben den demografischen Fragen kommen noch die ökologischen Herausforderungen, insbesondere durch den Klimawandel, hinzu. Wir werden in Sommern auch deutlich mehr heißere Tage erleben, deutlich mehr tropische Nächte zählen. Das wird Auswirkungen auf die Versorgung mit zum Beispiel Trinkwasser haben, aber auch mit ärztlichen Dienstleistungen aller Art. Das Medianalter in der deutschen niedergelassenen Ärzteschaft beträgt heute rund 54,5 Jahre. Rund 23 Prozent der deutschen Hausärzte sind älter als 60 Jahre. Die 16 Bundesländer haben nicht ausreichend Studienplätze geschaffen, um die Alterung der Ärzt*innen aufzufangen und im Übrigen bliebe bis 2040 nicht mehr viel Zeit, um umzusteuern, denn eine ärztliche Ausbildung dauert.

Ich möchte nicht auf der Spaßbremse stehen, um die olympischen Spiele madig zu machen. Doch wer sie ernsthaft nach Deutschland holen will, muss die demografischen und klimaökologischen Aspekte und deren Auswirkungen mit bedenken. Alles andere wäre fahrlässig, ja, geradezu dumm.