Herzlich Willkommen im ersten digitalen Nachschlagewerk zum Demografischen Wandel in Deutschland.
Gleichstellung und Gleichberechtigung aller Geschlechter
Seit dem 22. Dezember 2018 gibt es in Deutschland drei Geschlechter: männlich, weiblich, divers. An diesem Tag ist das „Gesetz zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben“ in Kraft getreten. Diese neue Regelung erfasst nur intersexuelle Menschen, also Menschen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung, die körperlich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden können. Transsexuelle Menschen werden vom Geltungsbereich der neuen Regelung nicht erfasst. Der Gesetzgeber hat dieses dritte Geschlecht „divers“ genannt.
Was wir unter „divers“ zu verstehen haben, weiß kaum einer. Das hängt auch damit zusammen, dass diese Änderung über Nacht auf uns niedergekommen ist, ohne dass zuvor eine Gesellschaft darüber diskutieren konnte. Hintergrund ist, dass ein weder männlicher noch weiblicher Mensch jahrelang vor Gerichten zog, um auch für seine geschlechtliche Identität eine gleichberechtigte Situation zu erhalten. Das Bundesverfassungsgericht gab diesem Menschen Recht. Die Politik hat danach umgesetzt, was die Verfassungsrichter vorgaben.
Fakt ist, dass es auch in Deutschland Menschen gibt, die weder eindeutig männlich, noch eindeutig weiblich sind. Das mag zum einen mit nicht eindeutigen geschlechtlichen körperlichen Merkmalen zu tun haben, das kann aber auch zum anderen an einer nicht-männlichen sowie einer nicht-weiblichen Identität als Mensch liegen.
Was das alles bedeutet, davon haben die meisten Menschen (wie ich) keine Ahnung. Woher auch?
Im September 2019 moderierte ich den BKK-Selbsthilfetag in Düsseldorf. Im Anschluss sprach mich eine Frau an. Sie fragte mich, ob ich nicht wüsste, dass es drei Geschlechter gebe. „Doch“, sagte ich, „das weiß ich!“ „Warum sagen Sie dann immer ‚Meine Damen und Herren‘?“ entgegnete sie. Ich war erstaunt. Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht. Ich bat sie um Hilfe, was ich denn sagen könnte, fragte ich? „Ganz einfach“, antwortete sie, „sehr geehrte Anwesende.“ So einfach kann es sein.
Was sagt uns das?
Erstens: Wir müssen lernen, jahrhundertealte Floskeln, Satzfragmente, Redegewohnheiten zu ändern, wenn wir dem dritten Geschlecht wirklich Respekt zollen wollen.
Zweitens: Wir dürfen wieder lernen, dass heute etwas möglich ist, was gestern völlig undenkbar schien. Schließlich sprechen wir seit Adam und Eva nur von Mann und Frau.
Drittens: Wir dürfen lernen, dass plötzlich eintretende Veränderungen stets gestaltbar sind. Es kommt auf den jeweils (guten) Willen und auf die jeweilige (innere) Haltung an.
Viertens: Wir sollten lernen, dass dies nicht immer von heute auf morgen möglich ist, dass auch das Lernen und in den jeweiligen Alltag Einfügen, Zeit braucht.
Der vollständige Artikel ist barrierefrei und enthält insgesamt 16 DIN-A4 Seiten.
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